Die Thüringer Landwirtschaft


Agrargenossenschaft Kamsdorf eG


Moderne Landwirtschaft zwischen Orlasenke und Thüringer Wald

Die Agrargenossenschaft Kamsdorf e.G. wurde am 08. August 1991 von ca. 90 Bäuerinnen und Bauern, auf der Grundlage des Genossenschaftsgesetzes der BRD gegründet. Seit dem Gründungstag hat die Genossenschaft ihren Unternehmenssitz in Kamsdorf am Zollhaus.

Das Unternehmen beschäftigt ca. 60 Angestellte.

Im März 2011 wurde in Oberwellenborn die neue Biogasanlage in Betrieb genommen, welche täglich ca. 14400 Kilowattstunden elektrische Leistung ins Stromnetz einspeist. Die zusätzlich anfallende Wärmeenergie mit ebenfalls gut 14000 Kilowattstunden pro Tag findet derzeit im eigenen Betrieb Verwendung. Perspektivisch ist geplant, die Wohnhäuser in Oberwellenborn zu beheizen.

Der Betriebszweig Pflanzenproduktion verfügt über eine landwirtschaftliche Gesamtfläche von 2.400 ha Ackerland. Neben den klassischen Marktfrüchten wie Winterweizen, Wintergerste und Winterraps werden Futterpflanzen wie Silomais und Feldgras angebaut die ausschließlich der betriebseigenen Grundfutterversorgung dienen.

Auch ein großer Teil des eigenen Getreides verbleibt im Betrieb und wird als Futtermittel in der Rinder- und Schweineproduktion veredelt. Die Hauptbodenform ist die Braunerde mit einer mittleren Bodenwertzahl von 35. Die Pachtlandfläche der Agrargenossenschaft Kamsdorf eG beträgt 2.374 ha und die Eigentumsflächen betragen 532 ha Ackerland. Die Anbauflächen erstrecken sich von der sogenannten „Orlasenke" (ca. 100 m ü. NN) bis in die Mittelgebirgslagen des „Thüringer Schiefergebirges" (ca. 500 m ü. NN). Die durchschnittliche Größe der Bewirtschaftungseinheiten beträgt 48 ha. Die durchschnittliche Hof — Feldentfernung beträgt 7 km.

Der jährliche Niederschlag beträgt im Mittel 520 1/m2 und die Jahresmitteltemperatur wird mit 7,5°C angegeben.

Alle anfallenden Arbeiten von der Bodenbearbeitung, über die Bestellung bis zur Ernte im Bereich des Marktfruchtbaus werden in der Regel von den 16 festen Mitarbeitern des Betriebszweiges ausgeführt. Dazu verfügt die Agrargenossenschaft über die ganze Bandbreite der benötigten Technik. In die eigene Technik wurde in den letzten Jahren sehr viel Geld investiert, deshalb ist diese auch nahezu auf dem neusten Stand. So verfügt der Betrieb z.B. über 12 eigene Schlepper, 5 Mähdrescher, eigene LKW und die notwendigen Bodenbearbeitungsgeräte. Lohnunternehmer werden lediglich für einen Teil des Pflanzenschutzes, für einen Teil der Gülleausbringung und bei Arbeitsspitzen im Mähdruschbereich beauftragt.

Kartoffelverkauf Oberwellenborn

Die gesunde Knolle aus der Erde

Die Agrargenossenschaft Kamsdorf baut jährlich auf einer Fläche von ca. 20 Hektar verschiedene Sorten Speise- und Futterkartoffeln an. Die Direktvermarktung der Kartoffeln beginnt, je nach Wetterlage, jährlich im September in der Kartoffel-Lagerhalle in Oberwellenborn. Sorten: Afra, Agria, Laura, Valisa und Belana

Landschweinezucht in Unterwellenborn/ Röblitz

Im Unterwellenborner Ortsteil Röblitz befindet sich die Schweinemastanlage, welche im Jahr 2016 aus der Agrargenossenschaft Kamsdorf eG ausgegliedert wurde. Das neu gegründete Unternehmen Landschwein Kamsdorf GmbH ist 100%ige Tochtergesellschaft der Agrargenossenschaft Kamsdorf eG. Die 1974 errichtete Schweinemastanlage verfügt über 6.000 Schweinemastplätze. Die zur Mast eingestallten Schweine werden in regelmäßigen Abständen von einem Betrieb in Dänemark geliefert.

Im Jahr 2017 wurden mit drei festen Mitarbeitern 11.920 Schlachtschweine produziert. Die mittlere Tageszunahme betrug 923 g pro Masttag. Gefüttert wird überwiegend mit wirtschaftseigenem Getreide. Die Vermarktung der Schweine erfolgt einerseits über das Tochterunternehmen Landgasthof und Fleischerei Kamsdorf GmbH als auch über den normalen Handel.

Milchviehanlage Oberwellenborn

An den Standorten Oberwellenborn und Großgeschwenda produziert die Agrargenossenschaft Kamsdorf eG mit einem durchschnittlichen Milchviehbestand von 850 Kühen der Rasse Holstein Friesian Milch. Die durchschnittliche Leistung pro Tier und Jahr lag im Jahr 2017 bei 9.100 kg je Kuh in der Milchviehanlage Oberwellenborn. Die erzeugte Milch wird ausschließlich an die Milchwerke Oberfranken West eG geliefert. Im Bereich Milchproduktion sind 17 Mitarbeiter beschäftigt.

Seit dem 9. März 2011 betreibt die Agrargenossenschaft am Standort der Milchviehanlage Oberwellenborn eine Biogasanlage mit einer ursprünglich installierten elektrischen Leistung von 600 kW. Im Dezember 2011 wurde die Anlage auf 966 kW elektrische Leistung erweitert. Im Jahr 2017 wurden 5.260.937 kWh elektrische Energie ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Die Abwärme der BHKW wird zur Trocknung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen am Standort Oberwellenborn genutzt. Zu diesem Zweck wurde im Jahr 2010 eine Lagerhalle mit integrierter Unterflurbelüftung errichtet. Seit 2014 werden ca. 60 Wohnhäuser in Oberwellenborn mit kostengünstiger Abwärme der Biogasanlage versorgt.

Des Weiteren wird am Standort des Technikstützpunktes Kamsdorf eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 100 kW betrieben.

Milchviehanlage Goßwitz

Die gesamten männlichen Kälber aus der Milchproduktion sowie die gesamten männlichen Absetzer aus der Mutterkuhhaltung der KARIMA Kuhhaltungsgesellschaft mbH werden in der Rindermastanlage Könitz aufgemästet. In der Anlage stehen 700 Plätze zur Verfügung. Die mittlere Tageszunahme beträgt 1.129 g pro Masttag. Die Vermarktung der Rinder erfolgt zum größten Teil über die Landgasthof- und Fleischerei Kamsdorf GmbH.

Am Standort Könitz werden ebenfalls Enten und Puten gemästet. Der überwiegende Teil des Geflügels wird lebend und direkt vermarktet.

Werkstatt und Technikzentrum

In der unternehmenseigenen Werkstatt in Kamsdorf bewerkstelligen 7 Mitarbeiter die Wartung, Pflege und Reparatur der firmeneigenen Technik. Des Weiteren befinden sich auf dem Gelände mehrere Maschinenhallen, um die Technik sicher und witterungsgeschützt unterstellen zu können.

Ebenfalls im technischen Bereich sind die firmeneigenen Handwerker wie Klempner, Maurer und Elektriker integriert.

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